Kryptowährungen für Anfänger: Altcoin Mining mit NiceHash

Im ersten Teil unserer Artikelserie „Kryptowährungen für Anfänger“ ging es darum, was Kryptowährungen überhaupt sind und was es mit dem Mining auf sich hat. Außerdem haben wir erklärt, warum sich das Bitcoin Mining für kleine Miner heute nicht mehr lohnt und warum Anfänger lieber auf Altcoin Mining setzen sollten.

Im zweiten Teil der Artikelserie soll es nun darum gehen, wie das mit dem Altcoin Mining im Detail funktioniert. Dazu befassen wir uns zuerst mit den für das Mining nötigen Voraussetzungen. Mit unserer detailierten Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Anbieter NiceHash möchten wir im weiteren Artikelverlauf den unserer Meinung nach für Anfänger einfachsten und komfortabelsten Einstieg in das Thema Altcoin Mining aufzeigen.

Voraussetzungen für das Altcoin Mining

Wie wir im ersten Teil der Artikelserie festgestellt haben, lohnt sich Bitcoin Mining für kleine Miner mit handelsüblicher PC-Hardware heute nicht mehr. Zum Glück gibt es neben Bitcoin inzwischen zahlreiche alternative Coins (= Altcoins), bei denen das Mining auch für Anfänger noch lukrativ ist. Bevor es mit dem Schürfen losgehen kann, müssen wir uns aber noch mit den Voraussetzungen dafür befassen.

Diese Hardware wird zum Mining benötigt

Es gibt inzwischen so viele Altcoins, dass man praktisch mit jedem neueren PC ins Mining einsteigen kann, denn einige der Coins lassen sich sogar ausschließlich mit einer CPU minen. Die meisten Altcoins sind allerdings so konzipiert, dass dedizierte Grafikkarten die beste Mining-Performance abliefern.

Der Leistungszuwachs zwischen den jeweiligen Grafikkarten-Generationen ist derzeit deutlich größer als der zwischen den aktuellen Prozessor-Generationen. Richtig lohnenswert wird das Altcoin Mining deshalb erst, wenn man über eine halbwegs aktuelle Grafikkarte verfügt.

Konkret bedeutet das, dass man bei NVIDIA-Grafikkarten mindestens eine GeForce GTX aus der Maxwell-Generation besitzen sollte (GTX 9xx). Bei Konkurrent AMD geht es bereits mit einigen Modellen auf Basis von „Graphics Core Next“ los. Uneingeschränkt zum Mining geeignet sind alle AMD-Grafikkarten ab der Polaris-Generation (RX 4xx/RX 5xx).

Die Wallet zum sicheren Aufbewahren der Coins

Damit die erschürften Coins ausgezahlt und sicher aufbewahrt werden können, benötigt man eine Art Konto oder digitale Geldbörse. Diese wird bei den Kryptowährungen als Wallet bezeichnet. Vereinfacht ausgedrückt ist die Wallet eine Software, die dem Benutzer eindeutige Adressen zum Empfangen und Senden von Zahlungen zur Verfügung stellt.

Es gibt inzwischen zahlreiche verschiedene Arten von Wallets. Software-Wallets zum Beispiel sind eigenständige Programme, die lokal auf dem PC installiert werden. Bei den Online-Wallets wiederum muss keine Software installiert werden und der Zugriff erfolgt stattdessen über das Internet.

Die unterschiedlichen Wallet-Arten haben jeweils Vorteile und Nachteile, die sie für bestimmte Anwendungsszenarien besser oder schlechter geeignet machen. Das Thema Wallets ist also recht komplex und würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Wir empfehlen aus Gründen der Einfachheit deshalb an dieser Stelle das populäre und für Anfänger sehr gut geeignete Online-Wallet von Coinbase.

Welche Coins und welche Mining-Software?

Wenn Hardware und Wallet vorhanden sind, kann es mit dem Mining eigentlich auch direkt losgehen. Viele Anfänger werden sich nun allerdings fragen, welche Software man zum Mining braucht und woher man überhaupt weiß, welche Coins man denn nun minen sollte.

Die allgemeingültige Beantwortung dieser Fragen ist dabei gar nicht so einfach, denn welche Kryptowährung gerade gewinnbringend geschürft werden kann, ist zum Beispiel von ihrem aktuellen Kurs und der Gesamtrechenleistung, die ihrem Netzwerk gerade von den Minern zur Verfügung gestellt wird, abhängig.

Die Situation ist also quasi ständigen Fluktuationen unterworfen und wird zusätzlich noch dadurch erschwert, dass bestimmte Hardware für einige Kryptowährungen besser geeignet ist als für andere. Nicht vergessen werden darf auch, dass es für die unterschiedlichen Coins auch noch unterschiedliche Mining-Software gibt.

Es ist deshalb kein Wunder, wenn sich Anfänger aufgrund der Vielzahl an Optionen erst einmal verwirrt und erschlagen fühlen. Hier den Überblick zu behalten ist selbst für Fortgeschrittene nicht immer leicht. Zum Glück gibt es allerdings eine Möglichkeit, die ganze Problematik erheblich einfacher und komfortabler zu machen: NiceHash.

Ideal für Anfänger: Altcoin Mining mit NiceHash

Wie im vorigen Abschnitt erklärt, ist es für Anfänger gar nicht so einfach, den Altcoin zu finden, bei dem sich das Mining für sie gerade am meisten lohnt. Hier kommt NiceHash ins Spiel.

Was ist NiceHash?

Bei NiceHash handelt es sich vereinfacht gesagt um einen Marktplatz für den Ankauf und Verkauf von Rechenleistung. Konkret bedeutet das, dass jeder bei NiceHash Geld einzahlen und damit einen Teil der von der Nutzergemeinschaft zur Verfügung gestellten Rechenleistung einkaufen kann. Mit dieser eingekauften Rechenleistung kann er dann Kryptowährungen schürfen und – im Idealfall – die Gewinne daraus einstreichen.

Uns interessiert in diesem Artikel allerdings vor allem das umgekehrte Prinzip, also der Verkauf von Rechenleistung gegen ein Entgelt. Schließlich wollen wir mit unserer eigenen Hardware Kryptowährungen schürfen und dadurch ein paar Euro nebenbei verdienen. Mit NiceHash lässt sich dieses Vorhaben besonders einfach und trotzdem finanziell lohnend umsetzen, wie wir im nächsten Abschnitt erklären.

Wie funktioniert NiceHash Mining?

NiceHash stellt allen Minern bzw. Verkäufern von Rechenleistung ein kostenloses Programm zur Verfügung, den sogenannten NiceHash Miner. Das Besondere an diesem Programm ist, dass es quasi als einheitliche Benutzeroberfläche für die verschiedenen Mining-Tools, die das eigentliche Mining übernehmen, fungiert.

Dieser Punkt ist besonders für Mining-Anfänger ein wahrer Segen, denn Nutzer des NiceHash Miners müssen sich sich nicht mit den verschiedenen Mining-Tools und deren jeweiligen Einstellungen herumschlagen. Stattdessen müssen sie sich nur an ein einziges Programm bzw. eine Benutzeroberfläche gewöhnen.

Doch die einfache Benutzeroberfläche ist nicht der einzige Punkt, der den Einstieg ins Mining für Anfänger erheblich erleichtert. Das Mining-Programm von NiceHash beherrscht nämlich auch das automatische Wechseln der Kryptowährungen, die geschürft werden. Der NiceHash Miner schürft also immer genau den Coin, der zum aktuellen Zeitpunkt für die eigene Hardware am profitabelsten ist.

Was kann man mit NiceHash verdienen?

Diese Frage dürfte wohl für viele die interessanteste sein. Eine pauschale Antwort ist allerdings schwierig, denn der Verdienst hängt von mehreren Punkten ab. Die zwei wichtigsten sind neben dem aktuellen Bitcoin-Kurs die für das Mining zur Verfügung stehende Hardware und die individuellen Stromkosten. Das folgende Beispiel soll die Sachlage verdeutlichen.

Beispielszenario

Wir besitzen einen halbwegs modernen Gaming-PC, in dem eine NVIDIA GTX 1070 ihren Dienst tut. Der Spiele-PC wird nachts nicht verwendet und soll während dieser Zeit zum Mining genutzt werden. Wir gehen also davon aus, dass wir 12 Stunden täglich Kryptowährungen schürfen können.

Während dieser Zeit verbraucht der PC natürlich elektrischen Strom. Es entstehen durch das Mining also nicht nur Gewinne sondern auch Kosten. In unserem Beispiel gehen wir davon aus, dass der durchschnittliche Stromverbrauch des gesamte PCs während des Minings bei 180 Watt liegt.

Beispielrechnung

Stromkosten = durchschnittlicher Stromverbrauch x Mining-Dauer x Stromkosten je kWh

Stromkosten = 0,18 kW x 12 h x 0,3 Euro / kWh = 0,648 Euro

Mining-Gewinn = Mining-Einnahmen – Stromkosten

Mining-Gewinn = 2 Euro – 0,648 Euro = 1,352 Euro

Im Monat (30 Tage) würde man also auf einen Verdienst von ca. 40,56 Euro kommen. Sicherlich wird man durch 40 Euro pro Monat nicht reich. Andererseits kann man bereits als Anfänger lediglich mit einem vorhandenen Spiele-PC schon 40 Euro monatlich praktisch fürs Nichtstun erhalten.

Professionelle Miner wiederum basteln sich für das Mining eigens auf einen günstigen Stromverbrauch optimierte Mining-Rigs mit gleich mehreren Grafikkarten pro System. Die Mining-Leistung dieser Systeme ist dadurch natürlich deutlich höher als bei einem Standard-Spiele-PC.

Zusätzlich sind die Strompreise weltweit vielerorts deutlich niedriger als in Deutschland, so dass internationale Miner oftmals wesentlich geringere Stromkosten aufweisen. Für diese Miner lohnt sich das Schürfen von Kryptowährungen dann natürlich umso mehr und kann je nach Land sogar leicht einen Vollzeit-Job ersetzen.

NiceHash: Einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung für Anfänger

Ok, genug der grauen Theorie, nun geht es an die Praxis. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung soll Anfängern den Einstieg in das NiceHash Mining erleichtern.

1. NiceHash Miner herunterladen

Der NiceHash Miner ist das Programm, das das Mining koordiniert. Man kann den NiceHash Miner direkt auf der Webseite von NiceHash kostenlos herunterladen: NiceHash Miner. Beachten sollte man dabei, dass es den Miner in zwei verschiedenen Versionen gibt: eine für AMD-Grafikkarten und eine für NVIDIA-Grafikkarten. Hier muss man also die zur eigenen Hardware passende Version herunterladen.

2. NiceHash Miner installieren

Nachdem der Download beendet ist, kann man das Mining-Tool von NiceHash mit einem Doppelklick auf die heruntergeladene Datei installieren. Hier muss man natürlich zuerst den Nutzungsbedingungen zustimmen. Ist dies geschehen, startet die Installation und eventuell zusätzlich benötigte Komponenten werden – auf Nachfrage – automatisch heruntergeladen und ebenfalls direkt mitinstalliert.

3. NiceHash Miner starten

Nun kann man den NiceHash Miner starten. Noch einmal muss man jetzt den Nutzungsbedingungen zustimmen. NiceHash sichert sich hier zum Beispiel noch einmal ausdrücklich ab, dass sie nicht verantwortlich dafür sind, wenn Hardware bei unzureichender Kühlung Schaden nimmt. Im Anschluss muss man durch das Lösen eines Captchas noch bestätigen, dass man kein Bot ist.

4. Bitcoin-Adresse für die Auszahlung angeben

Nun folgt der wichtigste Schritt, denn man sollte eine gültige Bitcoin-Adresse angeben, an die beim Erreichen der Auszahlungsgrenze automatisch eine Auszahlung gesendet werden kann. Wer zum Beispiel die oben erwähnte Online-Wallet von Coinbase nutzt, braucht hier einfach nur seine zu Coinbase gehörende Bitcoin-Adresse angeben. Alternativ kann man sich allerdings auch einen NiceHash-Account registrieren und das interne NiceHash-Wallet nutzen. Dies hat den Vorteil, dass die Auszahlungsgrenze deutlich niedriger ist.

5. NiceHash Miner konfigurieren

Nun kann man den NiceHash Miner noch konfigurieren. Anfänger müssen hier nicht zwangsweise aktiv werden, denn die Voreinstellungen sind bereits ausreichend, um mit dem Mining beginnen zu können. Wer möchte, der kann aber zum Beispiel auch die Umrechnung der Bitcoin von Dollar in Euro umstellen. Dies dient jedoch nur zur Information und hat keinerlei Einfluss auf den Mining-Gewinn, denn der wird derzeit ohnehin nur in Bitcoin ausgezahlt. Die weiteren optionalen Einstellmöglichkeiten sind eigentlich selbsterklärend.

6. Erste Benchmarks durchführen

Bevor es nun mit dem richtigen Mining losgehen kann, muss der NiceHash Miner noch ein paar kurze Benchmarks absolvieren. Dies dient dazu, die Leistungsfähigkeit der im PC verbauten Hardware einschätzen zu können. Die Benchmarks sind notwendig, weil das Programm anhand dieser Daten später entscheiden muss, mit welchem Algorithmus sich zu einem bestimmten Zeitpunkt am profitabelsten minen lässt.

7. Mit dem Mining beginnen

Sind alle Benchmarks beendet, kann es mit dem tatsächlichen Mining endlich losgehen. Hier ist der Punkt erreicht, wo man sich bequem zurücklehnen und den NiceHash Miner seine Arbeit machen lassen kann. Durch den Klick auf [Start] geht es los und der NiceHash Miner beginnt damit, vollautomatisch den momentan profitabelsten Mining-Algorithmus zu schürfen. Praktisch ist zudem, dass man zu jeder Zeit sieht, wieviel Geld man aktuell durch das Mining verdient.

8. Auszahlung erhalten

Je länger man den NiceHash Miner mit seiner Hardware schürfen lässt, desto mehr Bitcoin-Guthaben sammelt sich über die Zeit an. Wichtig ist hier, dass es bei NiceHash aus Aufwands- und Kostengründen Auszahlungsgrenzen gibt, die für die automatische Auszahlung erst erreicht werden müssen. Man benötigt also je nach Hardware meist mehrere Tage bis mehrere Wochen, ehe man eine Auszahlung erhält.

Außerdem behält NiceHash bei jeder Auszahlung, die nicht über das NiceHash-Wallet abgewickelt wird, eine kleine Auszahlungsgebühr von derzeit 2 bis 5 % ein. Die jeweiligen Auszahlungsgrenzen und -Gebühren werden flexibel anhand der aktuellen Transaktionsgebühren im Bitcoin-Netzwerk angepasst und können sich deshalb ändern. Eine aktuelle Übersicht gibt es auf der Webseite von NiceHash: When and how do you get paid?

Fazit

Das Minen von Bitcoins ist für kleine Miner und Anfänger in finanzieller Hinsicht nicht mehr lohnenswert. Dadurch, dass es inzwischen über 1000 weitere Kryptowährungen gibt, gibt es aber auch heute noch eine lohnenswerte Alternative: Das Altcoin Mining. In diesem zweiten Teil unserer Artikelserie „Kryptowährungen für Anfänger“ haben wir das Altcoin Mining mit NiceHash vorgestellt, da NiceHash den unserer Meinung nach für Anfänger einfachsten und komfortabelsten Einstieg ins Mining darstellt. Eine NiceHash-Alternative für etwas fortgeschrittenere Miner ist das sogenannte Pool-Mining, das wir deshalb im dritten Teil unserer Artikelserie vorstellen werden.

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