Telekom Magenta Zuhause Hybrid – Fragen, Probleme, Lösungen, Tipps & Tricks

Ein Hybrid-Anschluss der Telekom kann für die Besitzer von langsamen DSL-Anschlüssen ein ordentliches Plus in Sachen Internetgeschwindigkeit bringen. Im ersten Teil unserer Artikelserie zum Thema „Telekom Hybrid“ haben wir erklärt, was sich hinter der Hybrid-Technologie verbirgt und für wen sie geeignet ist. Im zweiten Teil haben wir Hybrid getestet und unsere Erfahrungen geschildert. In diesem dritten Teil soll es nun um häufige Fragen und Probleme bezüglich Hybrid gehen.

Häufige Fragen zu Hybrid

Was ist „Telekom Hybrid“?

Bei der Hybrid-Technologie der Telekom handelt es sich grob gesagt um eine neue Technologie, die dafür gedacht ist, die Geschwindigkeit an langsamen DSL-Anschlüssen zu erhöhen. Dazu wird die Internetverbindung per DSL durch eine Funkverbindung per LTE ergänzt.

Wie funktioniert die Hybrid-Technologie?

„Telekom Hybrid“ vereinigt über das sogenannte „Bonding“ die klassische DSL-Verbindung mit einer LTE-Funkverbindung zu einer gemeinsamen „virtuellen Leitung“. Basis dafür bleibt der DSL-Anschluss. Sobald die DSL-Geschwindigkeit jedoch ausgelastet wird, schaltet ein spezieller Router automatisch LTE dazu (= „Hybrid Turbo“). Dadurch kann die verfügbare Bandbreite in den meisten Fällen mindestens verdoppelt werden.

Ist Hybrid überall verfügbar?

Leider nein. Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die an der jeweiligen Adresse erfüllt sein müssen. Ob Hybrid an einer bestimmten Adresse verfügbar ist, kann über die Ausbaustatus-Karte der Telekom überprüft werden.

Welche Voraussetzungen hat Hybrid?

Damit ein Hybrid-Anschluss von der Telekom geschaltet wird, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein. Zum einen muss ein IP-fähiger DSL-Anschluss verfügbar sein („Annex J“). Zum anderen muss am Router-Standort auch eine ausreichend starke Verbindung zu einem hybrid-tauglichen LTE-Funkmast möglich sein. Entscheidend ist dabei derzeit leider noch, was die Telekom bezüglich des Indoor-LTE-Empfangs berechnet, und nicht, wie der LTE-Empfang vor Ort tatsächlich aussieht.

Was kostet Hybrid?

Die Telekom bietet innerhalb der „Magenta Zuhause Hybrid“-Produktgruppe drei unterschiedliche Hybrid-Tarife an. Im ersten Teil unserer Artikelserie zu Hybrid gibt es eine Tabelle, die die jeweiligen Unterschiede der Tarife verdeutlicht. Allgemein ist es so, dass die Hybrid-Tarife grundsätzlich erst einmal nicht mehr kosten als die DSL-only Tarife der „Magenta Zuhause“-Produktgruppe. Aufgrund des indirekten Router-Zwangs ergeben sich allerdings zusätzliche Kosten. Inklusive der Router-Miete ergeben sich bei Hybrid Gesamtkosten zwischen 39,90 € und 49,90 € je Monat.

Welche Geschwindigkeiten sind über Hybrid erreichbar?

Die theoretisch erreichbaren Maximalgeschwindigkeiten sind vom jeweiligen „Magenta Zuhause Hybrid“-Tarif abhängig. Beim Tarif „Magenta Zuhause Hybrid S“ sind bis zu 32 MBit/s beim Download und bis zu 4,8 MBit/s beim Upload möglich. Bei „Magenta Zuhause Hybrid M“ erhöht sich die theoretische Maximal-Bandbreite beim Download auf bis zu 100 MBit/s und beim Upload auf bis zu 20 MBit/s. Beim Tarif „Magenta Zuhause Hybrid L“ liegen die Limits bei bis zu 200 MBit/s im Download und bis zu 80 MBit/s im Upload. Welcher Tarif möglich ist, hängt wiederum vom verfügbaren DSL-Anschluss und dem LTE-Empfang ab.

Was sind die sogenannten „Speed-Optionen“?

Diese „Speed-Optionen“ können zum bestehenden „Magenta Zuhause Hybrid“-Tarif kostenpflichtig dazugebucht werden. Je nachdem wie die LTE-Versorgung an der Anschluss-Adresse aussieht, kann damit die theoretisch erreichbare LTE-Geschwindigkeit erhöht werden. Bei „Magenta Zuhause Hybrid S“ wird über das Buchen der Speed-Option „M“ (Kosten: 4,95 € je Monat) die LTE-Bandbreite auf bis zu 50 MBit/s angehoben. Sofern LTE 1800/2600 vor Ort verfügbar ist, sind über das Buchen der Speed-Option „L“ (Kosten: 9,95 € je Monat) sogar bis zu 100 MBit/s LTE-Bandbreite drin. Zu beachten gilt es dabei, dass über die Speed-Optionen lediglich der LTE-Anteil aufgewertet wird. In der Praxis kann jedoch die Auslastung am LTE-Funkmast selbst bei idealer Verbindungsqualität dafür sorgen, dass die maximale Bandbreite nur selten erreicht werden kann.

Häufige Fragen zum Speedport-Hybrid-Router

Gibt es bei Hybrid einen Router-Zwang?

Grundsätzlich gibt es bei Hybrid keine expliziten Beschränkung auf einen Router bzw. ein Modell einer Firma. Bei Hybrid handelt es sich jedoch um eine recht neue Technologie, die von der Telekom selbst entwickelt wurde. Aus diesem Grund beherrscht derzeit nur der „Speedport Hybrid“ der Telekom die Hybrid-Technologie. Dies kann sich in Zukunft jedoch noch ändern, denn die Telekom verbietet anderen Herstellern nicht, eigene Hybrid-Router auf den Markt zu bringen.

Muss ich den Speedport Hybrid mieten?

Nein, der Speedport Hybrid kann auch für 399,99 € von der Telekom gekauft werden. Innerhalb der Hybrid-Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten ist das Mieten des Routers finanziell gesehen allerdings am günstigsten. Erst nach 3 Jahren und 4 Monaten Vertragsdauer sind die Kosten für den Kauf günstiger als für die Miete.

Muss ich den Speedport Hybrid von der Telekom beziehen?

Nein, der Telekom ist es egal woher man seinen Router hat. Wer den Speedport woanders beziehen kann (z.B. über eBay), der kann das tun. Beachten sollte man allerdings, dass die Telekom Miet-Geräte, die während der Nutzung unverschuldet kaputt gehen, kostenfrei durch neue ersetzen muss. Wer allerdings z.B. ein gebrauchtes Gerät von einer anderen Quelle bezieht, der muss bei einem Defekt selber in die Tasche greifen und einen neuen Router auftreiben.

Funktioniert der Speedport Hybrid auch nur über DSL bzw. LTE?

Ja, der Speedport Hybrid funktioniert auch im DSL-only-Modus. Im Router-Menü kann man LTE explizit generell deaktivieren. Ebenso kann man über spezielle Ausnahmeregeln den Datenverkehr an bestimmten Geräten detaillierter einstellen. Der Speedport Hybrid funktioniert zusätzlich auch wenn keine DSL-Verbindung besteht nur über LTE. Dies erhöht den Ausfallschutz, denn eine Internetverbindung bleibt bestehen, selbst wenn LTE oder DSL ausfällt. Nur über LTE sind allerdings derzeit keine Telefongespräche möglich.

Tipps & Tricks rund um Hybrid

Das Engineering-Menü des Speedport Hybrid aufrufen

Der Speedport-Hybrid-Router verfügt über ein „verstecktes“ Engineering-Menü, über das erfahrene Nutzer detailierte Informationen bezüglich Router, DSL und LTE auslesen können. Man erreicht das Engineering-Menü beim Speedport Hybrid dadurch, dass man sich ganz normal im klassischen Router-Menü einloggt und dann die folgende URL aufruft: http://speedport.ip/engineer/html/lteinfo.html?lang=de.

Probleme mit Hybrid und mögliche Lösungen

Zu schwacher LTE-Empfang am Router-Standort

Wenn das LTE-Signal nicht in ausreichender Qualität den Router erreicht, kann die Hybrid-Geschwindigkeit deutlich zu niedrig ausfallen. In einem solchen Fall gibt es im Grunde nur zwei Lösungen. Wenn der Indoor-LTE-Empfang generell funktioniert, sollte unter Zuhilfenahme des mitgelieferten 10-m-Kabels ein besserer Standort für den Speedport Hybrid gesucht werden. Die LTE-Balken-Anzeige am Speedport kann dafür nur als grobe Orientierung dienen. Genauere Werte liefert das Engineering-Menü. Diese Werte können dazu genutzt werden, um das Feintuning zu betreiben und so den optimalen Standort zu finden. Bereits wenige Zentimeter Unterschied können beim Indoor-LTE-Empfang sehr viel ausmachen.

Sollte hingegen das LTE-Signal im Haus generell zu schwach für eine vernünftige Verbindung sein, dann ist eine externe Antenne höchstwahrscheinlich die einzige Alternative. Eine passende und gute Außenantenne, die vernünftig auf den entsprechenden LTE-Funkmasten ausgerichtet ist, verspricht die besten Ergebnisse.

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