Telekom Magenta Zuhause Hybrid im Test – Unsere Erfahrungen mit dem Hybrid-Anschluss

Anfang März 2015 war es endlich soweit. Die Telekom hatte mit „Hybrid“ eine Technologie bundesweit freigegeben, die echtes Highspeed-Internet für viele Opfer von langsamen DSL-Anschlüssen verfügbar machen sollte. Doch hält die Hybrid-Technologie auch was die Telekom verspricht? Vor wenigen Tagen wurde „Magenta Zuhause Hybrid“ bei uns geschalten. Im folgenden Artikel berichten wir über unsere Erfahrungen.

Bevor es zu unserem Erfahrungsbericht geht: Wer mit dem Begriff „Hybrid“ noch nichts anfangen kann, der kann sich ja mal unseren Einführungsartikel zum Thema anschauen: Telekom Magenta Zuhause Hybrid.

Ausgangssituation

Hier im Dorf haben wir die Steinzeit-Ära was echtes Breitband-Internet angeht leider noch nicht hinter uns gelassen. Die nächste Vermittlungsstelle ist mehrere Kilometer Luftlinie von unserem Haus entfernt und die Telefonleitung entsprechend lang. Vor ca. 10 Jahren wurde nach einer Initiative von diversen Leuten DSL verfügbar gemacht. Wir konnten letztendlich DSL 1000 buchen und haben uns damals über dieses Highspeed-Internet sehr gefreut. Schließlich gab bei DSL nicht nur mehr Speed, sondern auch noch eine Flatrate dazu!

Die Zeit verging und nach einer Tarifumstellung 2-3 Jahre später wollte uns die Telekom aus bürokratischen Gründen plötzlich nur noch „DSL light“ mit ganzen 384 KBit/s beim Download zur Verfügung stellen. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es leitungstechnisch nie Probleme und alles funktionierte reibungslos. Leidensgenossen werden sich jedoch sicher noch an die berühmt-berüchtigte Leitungsdämpfungsdatenbank erinnern, die bei der Telekom für lange Zeit den „Heiligen Gral“ in Sachen maximale DSL-Geschwindigkeit darstellte.

An dieser frustrierenden Situation war leider nichts zu ändern, denn man konnte mangels Alternativen nicht einmal den Anbieter wechseln. Abhilfe schaffte erst die Einführung von „DSL RAM“ seitens der Telekom vor ein paar Jahren. Bei diesen DSL-Anschlüssen im „Rate adaptive Mode“ wurde endlich die bürokratische Hürde Leitungsdämpfungsdatenbank etwas gelockert, indem man DSL-Modem und Vermittlungsstelle die DSL-Geschwindigkeit innerhalb bestimmter Grenzen je nach den tatsächlichen Gegebenheiten bezüglich der Telefonleitung selbstständig aushandeln ließ. In unserem Fall kam dabei DSL RAM 2000 heraus, was dann auch mit der vollen theoretischen Geschwindigkeit von 2 MBit/s funktionierte. Immerhin.

Seitdem hat sich DSL-technisch hier nichts mehr getan. DSL RAM 2000 lief stabil, aber mehr war auch nicht drin. In Anbetracht der Situation vor Ort (300-Seelen-Dorf, Vermittlungsstelle im übernächsten Ort) ist in diesem Jahrhundert wohl eher nicht mehr damit zu rechnen, dass die Technik hier von der Telekom oder durch einen anderen Anbieter so ausgebaut wird, dass echtes Highspeed-Internet per Telefonleitung verfügbar wird. Auch mit einem Ausbau bezüglich Highspeed-Internet per Kabel ist hier realistischerweise nicht zu rechnen.

In dieser Situation kam uns die Hybrid-Technologie natürlich gerade recht, denn nach all den Jahren sind selbst 2000 MBit/s heute nicht mehr wirklich zeitgemäß. Wir hatten von Hybrid bereits Ende 2014 schon einmal etwas gehört. Da es damals allerdings erst einen örtlich begrenzten Hybrid-Test geben sollte haben wir das Thema zwischenzeitlich etwas aus den Augen verloren – und somit auch die bundesweite Einführung im März erstmal verschlafen. Erst ein Werbeprospekt der Telekom hat uns wieder an Hybrid erinnert. Natürlich haben wir dann direkt überprüft, ob Hybrid bei uns verfügbar ist.

Verfügbarkeitsprüfung per Ausbaustatus-Karte

Eines vorweg: es gibt derzeit keine flächendeckende Hybrid-Verfügbarkeit durch die Telekom in Deutschland. Das liegt daran, dass für einen Hybrid-Anschluss bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Mehr dazu gibt es hier: Voraussetzungen für einen Hybrid-Anschluss der Telekom.

Am einfachsten kann man über die Ausbaustatus-Karte der Telekom überprüfen, welche Zugangstechnologien und -geschwindigkeiten an einer bestimmten Adresse verfügbar sind. Dazu gibt man auf der Karte einfach oben rechts die Adresse ein und klickt auf „suchen“. Im Anschluss positioniert sich die Karte automatisch bei der eingegebenen Adresse und es öffnet sich ein kleines Fenster. In diesem Fenster mit der Aufschrift „Ausbaustatus“ steht dann, welche Technologien und Geschwindigkeiten an der Adresse möglich sind. Hier kann man übrigens auch sehr schön nachschauen, wie es in der direkten Umgebung ausschaut.

Falls Hybrid verfügbar ist, wird dies im Ausbaustatus-Fenster unter dem Reiter „Festnetz“ durch die Zusatzinfo „(zusätzlich Hybrid verfügbar)“ angezeigt. Unter dem Reiter „Mobilfunk“ kann man zusätzlich noch einsehen, welche theoretischen Geschwindigkeiten an der Adresse per Funk möglich wären. Hier kann man auch schon einsehen, welchen Hybrid-Tarif man wahrscheinlich buchen kann. Wird dort „LTE 1800/2600“ aufgeführt, so kann man – sofern ebenfalls VDSL verfügbar ist – sämtliche Hybrid-Tarife buchen. Wird hingegen nur „LTE 800“ aufgeführt, so kann man lediglich die Tarfife „Magenta Zuhause Hybrid S“ und „Magenta Zuhause Hybrid M“ bekommen.

In unserem Fall wurde an unserer Adresse angezeigt, dass DSL mit bis zu 16 MBit/s und zusätzlich auch noch Hybrid verfügbar ist. Unter dem Reiter „Mobilfunk“ wurde lediglich „LTE 800“ aufgeführt. Damit war klar, dass wir mit dem Tarif „Magenta Zuhause Hybrid S“ Vorlieb nehmen mussten.

Bestellung und Schaltung von „Telekom Hybrid“

Nachdem wir auf der Ausbaustatus-Karte sehen konnten, dass bei uns Hybrid verfügbar sein sollte, ging es direkt an die Bestellung. Wir waren gespannt, denn erst während des Bestellvorgangs wird wirklich zuverlässig angegeben, was am jeweiligen Anschluss auch tatsächlich gebucht werden kann.

Der Bestellvorgang sollte mit einer genaueren Verfügbarkeitsprüfung beginnen. Dazu gibt man einfach seine Daten in das entsprechende Formular ein und lässt diese überprüfen. Im Anschluss erhält man eine Übersicht der Produkte, die man auch tatsächlich bestellen kann. In unserem Fall war das „Magenta Zuhause Hybrid S“. Wer noch keinen Telefonanschluss bei der Telekom hat, der kann diesen nun beantragen. Wer bereits Telekom-Kunde ist, der kann sich mit seinen Zugangsdaten für das Telekom-Kundencenter einloggen und den Bestellvorgang durchführen.

Unser DSL-Anschluss war bisher noch nicht auf „IP“ bzw. „Annex J“ umgestellt, sondern lief noch über „Annex B“. Ein Neuanschluss war natürlich trotzdem nicht nötig und ein Techniker sollte auch nicht vorbeikommen. Der Bestellvorgang lief problemlos ab, quasi wie bei einem Tarifwechsel über das Telekom-Kundencenter. Die Umstellung auf den Hybrid-Anschluss sollte genau eine Woche nach der Bestellung erfolgen. Man konnte noch eine Handy-Nummer angeben, damit man über die Status-Updates per SMS informiert wird und bei Problemen zu erreichen ist. Ansonsten sollten alle Unterlagen und die benötigte Hardware in den kommenden Tagen per Post eintreffen.

Trotz des zum Zeitpunkt unserer Bestellung gerade stattfindenden Post-Streiks kam bei uns das Paket mit dem Speedport-Hybrid-Router, der Sim-Karte und den entsprechenden Zugangsdaten innerhalb von 3 Tagen an. So konnten wir also alles vor dem Schaltungstermin schon einmal in Ruhe auspacken und sichten. Rein theoretisch hätte man den Speedport sogar schon in Betrieb nehmen können, auch wenn die Anleitung davon abrät.

Die Status-Updates bezüglich der Umstellung waren eine nette Sache. Eigentlich war bei uns die Schaltung für nachmittags 15:59 Uhr geplant. Bereits zum Mittag konnten wir aber beim Blick ins Menü des alten Routers sehen, dass schon eine DSL-Verbindung per „Annex J“ bestand. Nur wenige Minuten später bekamen wir dann auch eine SMS mit der Mitteilung, dass wir unser Produkt nun in Betrieb nehmen können. Gesagt, Getan.

Anschluss und Einrichtung des Speedport-Hybrid-Routers

Dank der mitgelieferten Anleitung war der Anschluss des Routers absolut kinderleicht und in 10 Minuten erledigt. Als erstes mussten wir die mitgelieferte SIM-Karte für den LTE-Empfang in den Speedport einlegen. Das ist vielleicht etwas fummelig, falsch machen kann man da allerdings nicht viel.

Als nächstes mussten wir den Splitter aus der TAE-Dose (Telefonsteckdose) stöpseln, denn bei einem IP-Anschluss wird dieser nicht mehr benötigt. Zum Anschluss des Speedport-Hybrid-Routers an die TAE-Dose liefert die Telekom extra ein 10 m langes Kabel mit. So kann man den Router auch so im Zimmer platzieren, wie in der Anleitung empfohlen – nämlich an einem Fenster.

Für die DSL-Verbindung ist der Router-Standort zwar prinzipiell unbedeutend, doch vereint die Hybrid-Technologie ja DSL mit Funk. Aus diesem Grund sollte der Hybrid-Router natürlich so platziert werden, dass auch ein möglichst gutes LTE-Signal am Router ankommt. Für den ordnungsgemäßen Hybrid-Betrieb ist dieser Punkt wirklich von entscheidender Bedeutung.

Nachdem man einen Platz für den Router gefunden hat und alles angeschlossen ist, kann man den Router mit dem Stromnetz verbinden. Wie in der Anleitung beschrieben, startet der Speedport Hybrid dann und führt erstmal einen Selbsttest durch und checkt nach neuen Software-Updates. Dieser Vorgang kann ein paar Minuten dauern und währenddessen sollte man den Router weder vom Netz trennen noch ausschalten.

Nachdem der Router mit allem fertig ist, versucht er Verbindungen mit DSL bzw. LTE herzustellen. Ob dies gelungen ist, kann man anhand der entsprechend leuchtenden Lämpchen am Speedport Hybrid erkennen. Ebenso gibt es eine Balken-Anzeige für das LTE-Signal. Anhand dieser Anzeige kann man die Funkverbindung zum nächsten LTE-Masten über die Positionierung des Routers noch etwas optimieren. Hier können teils wenige Zentimeter Unterschied viel ausmachen.

Witzigerweise war der LTE-Empfang bei uns jedoch genau an der Stelle am besten, wo der alte Router ohnehin schon stand. Mit dem praktischen 10-m-Kabel konnte ich jedoch den ganzen Raum austesten. Am Ende kamen allerdings nie mehr als 3 von 5 LTE-Balken dabei heraus.

Hybrid-Geschwindigkeit – Theorie vs. Praxis

Nachdem alles fertig eingerichtet war, waren wir natürlich gespannt darauf, was der neue Hybrid-Anschluss denn in Sachen Bandbreite zu leisten vermag. Beim Tarif „Magenta Zuhause Hybrid S“ sind in der Theorie bis zu 32 MBits/s im Download (jeweils 16 MBit/s über DSL bzw. LTE) und bis zu 4,8 MBit/s im Upload (jeweils 2,4 MBit/s über DSL bzw. LTE) drin. Also war erstmal schnell ein Speed-Test angesagt.

Dazu sei angemerkt: In der Praxis ist es unrealistisch, dass die theoretischen Maximalgeschwindigkeiten auch erreicht werden können. Die meisten Hybrid-Nutzer werden nämlich kein DSL mit genau 16 MBit/s anliegen haben. In unserem Fall sind es sogar nur bestenfalls 2 MBit/s, die an unserem Anschluss alleine über DSL erreicht werden können. Dadurch sinkt die in der Praxis mögliche Download-Bandbreite bereits auf maximal 18 MBit/s.

Und auch die maximale LTE-Bandbreite ist in der Praxis durch mehrere Faktoren begrenzt. Zum einen hängt sie stark von der Qualität der Funkverbindung ab. Zum anderen aber auch von der Auslastung des Sendemasten. LTE ist nämlich ein sogenanntes „Shared Medium“. Das bedeutet, dass sich alle Nutzer gleichzeitig die maximal verfügbare Bandbreite eines Sendemasten teilen müssen. Wenn zu einem bestimmten Zeitpunt also gerade besonders viele Nutzer im Umkreis des Sendemasten LTE nutzen, kann es durchaus sein, dass für den einzelnen Nutzer nicht mehr besonders viel LTE-Bandbreite übrig bleibt.

Nachdem zu „unserem“ LTE-Mast keine Sichtverbindung besteht, wir ca. 3 Km Luftlinie von ihm entfernt sind und der Speedport Hybrid nur 3 von 5 Balken auf der LTE-Signal-Skala anzeigte waren wir erst einmal etwas skeptisch und rechneten mit maximal 10 MBit/s im Download. Der erste Speed-Test brachte jedoch die folgenden Werte ans Licht:

  • 13,17 MBit/s im Download
  • 2,71 MBits/s im Upload
  • 41 ms beim Ping

Es war zwar noch früher Nachmittag und die Auslastung des Sendemasten damit womöglich noch kein großer Faktor, aber die ersten Testwerte haben uns in Anbetracht der örtlichen Gegebenheiten sicherlich nicht enttäuscht.

Nun kann man einen Speed-Test sicherlich nicht als super aussagekräftig bezeichnen. Zudem blieb es noch abzuwarten, wie die Bandbreiten-Werte zur „Rush Hour“ (abends 20 Uhr, am Wochenende) aussehen. Aber zumindest konnten wir schon einmal sehen, was mit unserem Hybrid-Anschluss in Sachen Geschwindigkeit möglich sein könnte.

Am Abend – kurz vor 20 Uhr – folgte dann ein weiterer Speed-Test:

  • 12,82 MBit/s im Download
  • 2,99 MBit/s im Upload
  • 30 ms beim Ping

Oder hier das Ergebnis des Speed-Tests als Screenshot:

Telekom Magenta Zuhause Hybrid S Speed-Test #2

Das Resultat waren in etwa vergleichbare Werte zum Nachmittag. Damit waren wir erst einmal beruhigt und auch zufrieden. Die Schaltung von Hybrid war reibungslos über die Bühne gelaufen und der „Hybrid-Turbo“ machte im Vergleich zum bisherigen DSL RAM 2000 zumindest für den Moment seinem Namen alle Ehre.

Was nun noch fehlte, waren das Fein-Tuning und Langzeit-Erfahrungen bezüglich der Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit von Hybrid. Da wir „Telekom Hybrid“ inzwischen schon einige Tage nutzen konnten, können wir auch dazu bereits ein paar erste vorsichtige Aussagen treffen.

Unsere Erfahrungen mit Hybrid – Ein (Zwischen-) Fazit

Unsere gemachten Erfahrungen mit „Magenta Zuhause Hybrid“ von der Telekom sind bisher fast ausschließlich positiv. Das fing bereits mit der Verfügbarkeitsüberprüfung per Ausbaustatus-Karte an, die in unserem Fall recht genau war.

Der Bestellvorgang online war völlig unkompliziert und der Termin für die Schaltung war sehr zeitnah. Sämtliche benötigte Hardware traf trotz Post-Streik bereits 3-4 Tage vor dem Schaltungstermin ein. Alles Nötige wurde mitgeliefert und funktionierte fehlerfrei.

Den Auftragsstatus konnte man im Online-Kundencenter einsehen, zusätzlich gab es noch kurze Updates per SMS. Am Schaltungstag funktionierte unser Hybrid-Anschluss bereits vor der eigentlich genannten Uhrzeit.

Der Anschluss und die Konfiguration des unbedingt notwendigen Speedport-Hybrid-Routers war kinderleicht. Ein geeigneter Aufstellort war schnell gefunden. Insgesamt dauerte es vielleicht eine halbe Stunde bis alles soweit eingerichtet war.

Die ersten Speed-Tests zeigten ein ordentliches Geschwindigkeitsplus im Vergleich zur Ausgangssituation mit DSL RAM 2000. Hier war uns von Anfang an klar, dass die theoretisch im Tarif „Magenta Zuhause Hybrid S“ erreichbare Download-Bandbreite von 32 MBit/s aufgrund des immer noch langsamen DSL-Anschlusses in der Praxis nur zu etwas über der Hälfte erreichbar ist. Von den somit bei uns erreichbaren 18 MBit/s kommen im Durchschnitt über 12 MBit/s auch tatsächlich an.

Über unseren Hybrid-Anschluss konnten wir unsere Internetgeschwindigkeit also in etwa versechsfachen. Bisher lief Hybrid bei uns zudem fehlerfrei und zuverlässig.

Insgesamt sind unsere Hybrid-Erfahrungen also durchaus sehr positiv. Zu bemängeln haben wir bisher allenfalls die Kosten für den Speedport Hybrid (Kauf: 399,99 € einmalig / Miete: 9,95 € pro Monat), ohne den Hybrid bisher nicht funktioniert.

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