Telekom Magenta Zuhause Hybrid – Fazit nach 3 Jahren Nutzung

Wie die Zeit vergeht… Inzwischen nutzen wir bereits seit fast drei Jahren den Hybrid-Anschluss der Telekom und haben während dieser Zeit einige Erfahrungen gesammelt, über die wir im folgenden Artikel einmal berichten wollen. Für den ein oder anderen in einer ähnlichen Situation (Internet-Steinzeitalter auf dem Land) sind unsere Erfahrungen vielleicht ganz interessant.

Was ist ein Hybrid-Anschluss?

Unter dem Begriff „MagentaZuhause Hybrid“ vermarktet die Telekom ihre Hybrid-Technologie, bei der der klassische (V)DSL-Anschluss über die Telefonleitung mit der Datenübertragung per LTE zu einem einzigen „logischen“ Internet-Zugang kombiniert wird. Dazu ist ein spezieller Hybrid-Router nötig, der ganz normal an die DSL-Steckdose angeschlossen werden kann, zusätzlich aber auch noch den gleichzeitgen LTE-Empfang ermöglicht.

Die Hybrid-Technik funktioniert so, dass zur Datenübertragung grundsätzlich erst einmal der DSL-Anschluss weiter verwendet wird. Für viele Anwendungsfälle, wie zum Beispiel dem simplen Laden einer Webseite, sind selbst DSL-Anschlüsse mit geringer Bandbreite in den meisten Fällen ausreichend. Wenn jedoch einmal mehr Bandbreite benötigt wird, zum Beispiel für einen großen Download, erkennt der Hybrid-Router diesen Umstand und schaltet aufgrund des aktuellen Mehrbedarfs noch zusätzliche LTE-Bandbreite dazu, wordurch sich die Übertragsungsrate zum Teil erheblich erhöhen lässt.

Eine kurze Zusammenfassung unserer Ausgangssituation

Im Artikel „Telekom Magenta Zuhause Hybrid im Test – Unsere Erfahrungen mit dem Hybrid-Anschluss“ hatten wir unsere damalige Ausgangssituation ja schon einmal ausführlicher beschrieben. Seitdem hat sich hier auf dem Land in Sachen Breitbandausbau zumindest in unserer Gemeinde rein gar nichts getan. Bezüglich der von der Bundesregierung propagierten flächendeckenden 50 MBit/s bis 2018 können wir also nur ungläubig mit den Schultern zucken.

Um es noch einmal kurz zusammenzufassen: Aufgrund der großen Entfernung zur nächsten Vermittlungsstelle ist hier über die Telefonleitung der Telekom nur DSL 2000 verfügbar. Alternative Anbieter haben bisher auch nichts ausgebaut und auch Kabelanschlüsse sind hier auf dem Dorf nicht existent. LTE ist also die einzige Möglichkeit, um an „schnelles Internet“ zu gelangen. In ca. vier Kilometer Entfernung Luftlinie gibt es auch einen Funkturm, der LTE auf dem 800-MHz-Band zur Verfügung stellt. Eine direkte Sichtverbindung besteht allerdings nicht.

Dennoch reichen die Gegebenheiten vor Ort, um eine halbwegs stabile Verbindung mit dem LTE-Funkmast herzustellen (fast immer 4/5 Balken auf der Anzeige am Hybrid-Router, selten 3/5), wodurch auch ein Hybrid-Anschluss der Telekom möglich ist. Einen solchen haben wir nun seit knapp drei Jahren im Einsatz. Gebucht ist der Tarif MagentaZuhause S, der in der Theorie zumindest eine Bandbreite von bis zu 16 MBit/s im Download und bis zu 2,4 MBit/s im Upload in Form einer vollwertigen Flatrate bietet.

Unsere Erfahrungen nach drei Jahren Hybrid-Anschluss der Telekom

Wie bereits erwähnt, wird bei unserem Hybrid-Anschluss DSL 2000 mit LTE-800 kombiniert. Der Anteil der „sicheren“ DSL-Bandbreite (2 MBit/s) an der theoretischen Gesamtbandbreite (16 MBit/s) ist also vergleichsweise gering und die Funkverbindung über LTE muss bei uns zumindest recht viel zusätzliche Bandbreite (14 MBit/s) kompensieren. Dies erweist sich in der Praxis mitunter als Problem.

LTE ist nämlich ein sogenanntes „Shared Medium“, das heißt, dass sich die theoretisch verfügbare Bandbreite der LTE-Zelle auf die einzelnen Teilnehmer verteilt. Die Bandbreite, die für den einzelnen Nutzer letztendlich zur Verfügung steht, ist also stets variabel und von der aktuellen Auslastung abhängig. Das bedeutet für uns als Hybrid-Nutzer: Der Anteil an Bandbreite, den LTE zur Gesamtbandbreite des Hybrid-Anschlusses beitragen kann, ist ebenso variabel und damit niemals garantiert.

Natürlich ist das den meisten Nutzern sicherlich bewusst und die Telekom behauptet selbstverständlich auch nirgendwo etwas Anderes, aber dennoch sorgt dieses Konzept unseren Erfahrungen nach öfter als es einem lieb wäre für Frust. Denn solange die LTE-Zelle nicht ausgelastet ist und genügend LTE-Bandbreite zur Verfügung steht, wird die theoretische Gesamtbandbreite meist auch in der Praxis tatsächlich erreicht.

Zumindest was die Übertragungsgeschwindigkeiten angeht fühlt sich der Hybrid-Anschluss dann auch annähernd wie ein richtiger DSL-Anschluss mit gleicher Bandbreite an. Problematisch wird es jedoch, wenn das LTE-Netz ausgelastet oder gar überlastet ist. Dann brechen die Übertragungsgeschwindigkeiten sehr schnell rapide ein und es kann in manchen Fällen sogar soweit gehen, dass am Ende nicht einmal mehr die reine DSL-Geschwindigkeit erreicht wird.

In den letzten drei Jahren konnten wir also sehr viele Erfahrungswerte bezüglich der Hybrid-Technologie der Telekom sammeln, so dass sich für unsere spezielle Situation die folgenden Aussagen treffen lassen:

  • Die maximal mögliche Bandbreite von 16 MBit/s kann durchaus zeitweise erreicht werden, liegt üblicherweise jedoch nur nachts bis maximal zum frühen Nachmittag an.
  • Während des Tages sind die erreichbaren Übertragungsgeschwindigkeiten schwankend und können sowohl eher am unteren (ca. 4 bis 5 MBit/s) als auch eher am oberen Ende (ca. 9 bis 12 MBit/s) des Spektrums liegen.
  • Abends brechen die Übertragungsraten regelmäßig ein, so dass von den theoretischen 16 MBit/s zwischen ca. 19 und 23 Uhr oft nur ca. 3 bis 6 MBit/s übrig bleiben.
  • Gelegentlich kommt es zun dem Phänomen, dass die Übertragungsraten des Hybrid-Anschlusses für einige Minuten zum Teil deutlich unter die eigentlich „sicheren“ DSL-Geschwindigkeit sinken.

Fazit

Die letzten drei Jahre haben gezeigt, dass man einen Hybrid-Anschluss nicht mit einem vollwertigen (V)DSL-Anschluss gleicher Bandbreite vergleichen kann. Natürlich können wir irgendwo froh sein, dass wir dank der Zuschaltung von LTE überhaupt mit mehr als 2 MBit/s im Netz unterwegs sein können, dennoch erweist sich die Hybrid-Technologie in der Praxis leider nur als Übergangs- bzw. Notlösung.

Wenn der DSL-Anschluss nämlich nur einen geringen Anteil der Gesamtbandbreite des Hybrid-Anschlusses ausmacht, muss der Rest über das LTE-Netz kompensiert werden. Das ist unseren Erfahrungen nach die große Schwachstelle der Hybrid-Technologie, denn bei einer hohen LTE-Auslastung bleibt am Ende für den einzelnen Nutzer einfach oft zu wenig Bandbreite aus dem LTE-Netz übrig.

Auf unsere Situation bezogen heißt das konkret, dass wir zum Beispiel gerne auf ein Drittel oder sogar die Hälfte der theoretisch möglichen LTE-Bandbreite verzichten würden, wenn diese dafür garantiert und zu jeder Zeit anliegen würde. So aber ist der Hybrid-Anschluss in der Praxis für Nutzer, die darauf angewiesen sind, etwas zu unzuverlässig. Es wird also Zeit, dass hier doch irgendwer mal ausbaut…

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